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	<title>Seo-Texte, Presse-Texte, CMS-Pflege und Online-Redaktion</title>
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		<title>Schland ist Schland auch bei den Frauen!</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 20:50:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Tage, wer wüsste es nicht, ist Fußball WM. Da dauert es nur Sekunden bis der Schlaumeier erwacht und mit erhobenem Zeigefinger darauf hinweist dass dies ein Irrtum sei, da Fußball WM erst im vergangenen Jahr am Kap der guten Hoffnung stattfand und sich dem zu Folge erst wieder 2014 in Brasilien manifestiert. Gut gebrüllt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tage, wer wüsste es nicht, ist Fußball WM. Da dauert es nur Sekunden bis der Schlaumeier erwacht und mit erhobenem Zeigefinger darauf hinweist dass dies ein Irrtum sei, da Fußball WM erst im vergangenen Jahr am Kap der guten Hoffnung stattfand und sich dem zu Folge erst wieder 2014 in Brasilien manifestiert. Gut gebrüllt Löwe möchte man dem emsigen Klugscheißer zurufen schau auf den Veranstaltungskalender es ist Frauen Fußball WM in Schland.<span id="more-518"></span> Aller Orten schütteln die verklebten XY-Träger und die möchte gern Machos den Kopf und winseln rum „das ist doch kein Fußball“, „schlechter als eine Landesliga Mannschaft bei den Männern“, Frauen und Fußball geht ja gar nicht!“ Warum eigentlich nicht? Schauen wir in Zukunft keine Leichtathletik mehr weil Frauen auf 100m länger brauchen als dan männliche Pendant, weniger hoch springen und einen Hammer weniger weit werfen können? Beim Olympiasieg von Heike Henkel 1992 haben sich alle gefreut, obwohl Javier Sotomajor im gleichen Wettbewerb, nur eben  bei den Dreibeinern, ca. 40 cm höher sprang. Auch die Goldmedaille 2000 in Sydney die Heike Drechsler beim Weitsprung mit einer gehüpften Distanz von (sensationellen) 6,99m gewann beeindruckte und hierzulande irgendwie weit mehr als die des US Amerikaners Ivan Pedroso obgleich er einen 1,56m weiteren Satz machte. Steffi Graf hat, als sie längst die Tenniswelt oh pardon, bei den Damen natürlich, dominierte einmal einen Showkampf gegen den Ranglisten Ersten Ihres Heimatvereins gespielt und deutlich verloren. Der Mann war nicht mal Tennisprofi. War die Leistung von Steffi Graf deshalb weniger Wert? Nein, war Sie nicht. Jeder der sich für Tennis interessierte hat gejubelt wenn sie gewann und jeder wusste, dass sie gegen Boris Becker wahrscheinlich ohne einen einzigen Punkt zu machen verloren hätte. Aber Steffi spielte ja bei den Damen und das war irgendwie auch gut. Franziska Schenk, Claudia Peckstein, Anni Friesinger und, die älteren werden sich erinnern Gunda Niemann sammelten im Eisschnellauf myriaden von Goldmedallien bei allen möglichen Wettbewerben. Das hast Jubelstürme ausgelöst. Natürlich läuft ein Sven Kramer Kreise um die Damen, aber eine deutsche Männermedaille im Eisschnellauf&#8230; das muss zu einer Zeit gewesen sein als das Eis noch überall war und Mammuts im Wege standen.</p>
<p>Mich interessiert nicht wie Männer Fußball spielen können wenn Frauenfußball läuft. Unsere Mädels sind uneingeschränkte Weltspitze und zwar im Frauenfußball und nicht bei irgendwas sonst. Von Fußball Ästhetik fange ich gar nicht erst an, auch bei den Sackträgern ist bei Weitem nicht jedes Fußballspiel eine Augenweide. Die berühmtesten Köche der Welt sind Männer. Kochen die ganzen Macker ab jetzt alle selber weil Frauen nicht wie Männer kochen?  Es ist ganz eigenartig, dass so eine Diskussion nur beim Fußball aufkommt. Nicht mal beim Handball gibt es diese überflüssigen Meinungsabsonderungen. Werden wir Weltmeister beim Damenhockey jubeln alle und nehmen es wohlwollend zur Kenntnis. Spielen die Frauen im Finale der Fußball WM heißt es das ist ja kein Fußball. Vorwiegend kommt dieser Verbalschrott von den unsportlichen Sesselfurzern die noch nie gegen einen Ball getreten haben oder von erzkonservativen Patriarchen, die mit Ihrer Haltung gegenüber Frauen sogar in Afghanistan und der katholischen Kirche als zu streng gelten.</p>
<p>Es ist Sommer und es sind 30 Grad in Schland. Es ist Grillsaison, egal ob klassisch auf Holzkohle oder irgendwie anders mit Gas und es läuft Fußball im TV wo sich eine ambitionierte 11 anschickt für Deutschland einen Titel zu gewinnen. Wer will denn da ein Spielverderber sein und nicht Fan. Die 80.000 im Stadion beim Eröffnungsspiel waren doch ein guter Anfang und die 14 Mio. vor dem TV  sind auch eine gesunde Basis. Also jetzt mal locker sein und für die Frauen jubeln, das ist ganz groß im Trend. Ach ja, beim Trikottausch glotzen ja doch wieder alle.</p>
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		<title>Michael Ballack spielt nicht mehr für Deutschland</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2011 16:07:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Nachrichten die deuten sich seit langem an und schocken einen dann trotzdem, diese gehört definitiv nicht dazu. Michael Ballack scheidet aus der Nationalmannschaft aus und die Lücke die er hinterlässt wird ihn voll und ganz ersetzen. Bemühen wir uns einmal um Sachlichkeit und um nüchterne Betrachtung aller Tatsachen. Bar jeden Blickes durch Vereinsbrillen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Nachrichten die deuten sich seit langem an und schocken einen dann trotzdem, diese gehört definitiv nicht dazu. Michael Ballack scheidet aus der Nationalmannschaft aus und die Lücke die er hinterlässt wird ihn voll und ganz ersetzen. Bemühen wir uns einmal um Sachlichkeit und um nüchterne Betrachtung aller Tatsachen. Bar jeden Blickes durch Vereinsbrillen und jedwede persönliche Antipathie subtrahiert. Michael Ballack war ein torgefährlicher Mittelfeldspieler. Nicht mehr und nicht weniger. 98 Länderspiele und 42 Tore sind für einen Mittelfeldspieler eine respektable Quote. Alles was drum herum gebastelt wurde ist vollkommener Humbug und entbehrt jeden Beweises.<span id="more-515"></span> Niergendwo auf diesem Planeten existiert eine zuverlässige Statistik die besagt, dass eine Mannschaft mit Ballack besser ist, war oder sei als ohne ihn. Ihm widerfuhr die Gnade der Geburt, dass zur Zeit der WM in Deutschland ein Leader gesucht wurde. Wie seinerzeit der Kaiser Franz oder der Loddar, wie die Franzosen eine Zidane hatten, die Italiener einen Cannavaro und die Brasilianer einen Ronaldinho oder gleich eine ganze 11 voller Fußballwunder. Einen Ballack in die Phalanx der o.g. Fußballspieler zu hieven ist in etwa so korrekt wie einen Affen mit Schreib-Leseschwäche mit Goethe zu vergleichen.</p>
<p>Ballack wurde das Opfer der Persönlichkeitsarmut in der deutschen Nationalmannschaft anno 2006. Nachdem man die letzte große Persönlichkeit im deutschen Fußball, Oliver Kahn, ohne Not demontiert hatte, blieben nicht mehr viele über. Als Fußballer akzeptabel und mit dem Hype im Rücken zu einer nicht für möglich gehaltenen Leistung im eigenen Land fähig, jedoch mit unüberwindbaren Defiziten in der Charakterlichen Außendarstellung fiel die Wahl auf Michael Ballack. Von Natur aus eher ein Leistetreter, Typ Schwiegermamas Liebling und Quotenossi presste man ihn in eine Führungsrolle die er weder kannte, konnte oder wollte.</p>
<p>Erst im Laufe der Zeit merkte er, dass man die Fresse weit aufreissen kann und dafür weniger Laufen muss um trotzdem der Wichtigste zu sein- und so geschah es. Ballack war kein Spielmacher. Der kluge pass im Mittelfeld erreichte allenfalls die Distanz von 10m oder den Gegenspieler. Ärmel aufkrempeln, Grätschen oder mal ein &#8220;Zeichen&#8221; setzen, fand per se nicht statt. Querpass, im Trab seitwärts und den rechten Arm ausgestreckt um zu zeigen wo es eigentlich hätte hingehen müssen. Distanzschüsse und Kopfbälle waren gut, keine Frage aber das konnte ein Oliver Bierhoff auch und Ihm hat ja auch nie jemand suggerieren wollen er sei ein großer Fußballer. Allerdings hat er einen großen Titel. Von Bierhoff hat Ballack allenfalls die tadellose Frisur.</p>
<p>Michael Ballack hat keine Ära geprägt. Er hat kaum einem Spiel seinen Stempel aufgedrückt aber er hat viele Spiele absolviert wo er das, wofür er gelobt wurde, vermissen ließ. Schweinsteiger war 2006, obwohl fußballerisch begabter als Ballack, noch zu jung um der ganz große Star zu sein. Podolski ist einfach nicht PR tauglich genug und Lahms Position ist zu unspektakulär um ihn zur Lichtgestalt werden zu lassen. Das eigentliche Paradoxon besteht aber aus der Tatsache, dass der Fan auf der Straße schon vor langer Zeit erkannte, das Ballak eine fußballerische Luftnummer ist. Die Presse und die sogenannten Experten weigerten sich jedoch behende dies zu akzeptieren. Was um alles in der Welt veranlasst Menschen wie Beckenbauer, Netzer Völler und viele andere honorige Fußballer, die deutsche 13 zum Star zu deklarieren.</p>
<p>Wenn man über Fußball redet und auf Ballack kommt wird man das Adjektiv &#8220;überschätzt&#8221; immer wieder vernehmen können. Seine charakterlichen Defizite, die jetzt zu Tage treten da man ihn aus der N11 verabschiedet entsprechen genau dem Bild, dass er seit langem abgibt. Gegen einen Verband zu schießen der ihm 10 Jahre den Arsch nach getragen hat und ihm alles untergeordnet hat ist genau das Verhalten was ich erwartet habe. Keinen großen Titel, keine 100 Länderspiele keine überzeugende Leistung im Verein aber rumjammern von wegen Respekt. Eine Dekade lang gehörte er zu den glatt gezogenen Einheitsfussballern die nicht anecken und diplomatische Interviews geben. Da lobe ich mir doch einen Matthäus, immer vollen Einsatz, bis Blut kommt und dann mal das Maul aufreißen scheiss auf die Konsequenzen.</p>
<p>Im nächsten Speil zeige ich denen wieder wer hier der Chef ist. Ballack fehlt davon alles. Er polarisiert nicht, er reißt nicht aus dem Sitz und er lässt nicht mit der Zunge schnalzen. Er serviert seit je her fußballerischen Einheitsbrei aus dem kulinarischen Mittelfeld. Er ist sogar zu langweilig um richtig schlecht zu sein, denn dann könnte man sich ja noch mal aufregen. Seine Pseudoheldentat aus dem Halbfinale 2002 gegen Südkorea ist auch ein ewiges Missverständnis der Geschichte. Er habe sich zum Wohle der Mannschaft geopfert und ein taktisches Foul begangen!?</p>
<p>Erstens war das Foul im Mittelfeld, ohne unmittelbare Torgefahr. Zweitens wäre bei der WM 2002 jedem Südkoreaner sowie jedem anderen Fußballer auf der Welt gar nicht in den Sinn gekommen ein Tor zu machen da Oliver Kahn im Kasten stand und drittens ist es eher ein Amutszeugnis wenn mir gegen Südkorea nichts anderes einfällt als ein taktischen Foul. Dass er ein großen Spiel nicht gewinnen kann, hat er oft genug bewiesen. Auch wenn es nicht immer seine Schuld war, so ist der jedoch immer den Beweis schuldig geblieben, dass er es ändern könnte. Mit Ballack geht aus der Nationalmannschaft ein mittelmäßiger Spieler, der den größten Teil seiner Bekanntheit der WM im eigenen Land verdankt. Jogi Löw, und das sage ich weiß Gott nicht leichtfertig, trifft die richtige und logische Entscheidung, wenn auch etwas zu spät.</p>
<p>Die Zeit von Ballack in der Nationalmannschaft, die nie seine Zeit war, ist nun endlich zu Ende und hoffentlich können wir uns nun wieder auf den Fußball konzentrieren.</p>
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		<title>Wer kennt sie nicht</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 19:44:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit den Vorkommnissen in Guantanamo und der wiederholten Ausstrahlung vonSendungen mit Florian Silbereisen wissen wir, dass die gefährlichste Kriegsführung die Zermürbungstaktik ist. Den Feind mit widerlichen Bosheiten so lange zu piesacken bis dieser irgendwann aufgibt und, wie in den genannten Beispielen, zum Christentum konvertiert oder zu einem willenlosen und Reflektions freien  Zuschauerzombie wird. Diese perfide [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit den Vorkommnissen in Guantanamo und der wiederholten Ausstrahlung vonSendungen mit Florian Silbereisen wissen wir, dass die gefährlichste Kriegsführung die Zermürbungstaktik ist. Den Feind mit widerlichen Bosheiten so lange zu piesacken bis dieser irgendwann aufgibt und, wie in den genannten Beispielen, zum Christentum konvertiert oder zu einem willenlosen und Reflektions freien  Zuschauerzombie wird. Diese perfide Vorgehensweise begegnet dem arglosen Mitmenschen noch an anderer Stelle. Im Vergleich zum Knast in der Schweinebucht oder dem Folterkeller der öffentlich Rechtlosen weiß man jedoch nicht wann und wo es einen erwischt.<span id="more-509"></span> Nichts ahnend wird der strebsame Erdenbürger mitten in einer Konversation mit einer lauwarmen Brühe von unnötig moduliertem Sondermüll übergossen.</p>
<p>Der Einmischer hat wieder zugeschlagen. Einmischer sind Morlocks, eine Unterart der menschlichen Spezies die allem Anschein nach an übersteigertem Geltungsbedürfnis oder mangelnden gesellschaftlichen Kontakten leiden. In Extremfällen sogar an beidem. Auf jeden Fall wurde ihnen eine äußerst nachlässige Erziehung zuteil denn jeder weiß, wenn Kuchen reden haben die Krümel Pause. Das ficht den Einmischer aber nicht an. Resistent gegen jede Form von Persönlichkeitsrechten oder Privatsphäre sondert er seine Meinungs-Diarrhö achtlos in jedes geführte Gespräch innerhalb seines Hörspektrums, welches erstaunliche Dimensionen annehmen kann.</p>
<p>Dabei ist es von absolut untergeordneter Bedeutung, ob der Einmischer auch nur den Hauch einer Ahnung vom Inhalt der geführten Unterhaltung versteht. Ein Stichwort und Platsch, ein hässlicher Meinungshaufen mitten auf das blütenweiße Gesprächstuch abgesetzt. Bei den Konversations Protagonisten stellt sich das Gefühl von Beschmutzung ein.</p>
<p>Als hätte einem in einer öffentlichen Bedürfnisanstalt jemand auf die neuen Segelslipper gepinkelt. Gerne beantwortet der Einmischer auch Fragen, die völlig zweifellos und konkret an eine andere Person gestellt wurden. Die daraus resultierenden Antwortenund Informationen hinterlassen einen Eindruck wie saure Milch in einem Kaffee. Wegschütten und neu. Einen zugewandten Rücken oder ein bewusstes Ignorieren sieht der Einmischer viel weniger als Kritik oder Abweisung, denn viel mehr als Herausforderung. Aufstehen, hinterherwackeln und weiter ungefragt schlecht recherchierte Wortbeiträge in den Raum würgen. Ständig auf der Lauer, sitzt der Einmischer in Hab Acht Stellung um jede noch so kleine Gelegenheit zu nutzen einen geführten Dialog zu entweihen. Wäre man ein Gutmensch würde man in der militanten Vorgehensweise des Einmischers vielleicht einen Hilferuf nach Gesellschaft und Aufmerksamkeit erkennen. Die mit der Schändung fremder Zwiegespräche einhergehende notorische Besserwisserei ersticken jedoch jede Form von Sympathie und Mitleid im Keim. Man beißt also die Zähne zusammen, immer und immer wieder wenn sich der ungebetene Einwand wie warziger Ausschlag an das Gesagte heftet.  Mit der unerschütterlichen Begeisterung eines ADHS Kindes an Sylvester und einem völlig überzogenen Mitteilungsdrang taucht der Einmischer wie aus dem Nichts von einem auf und überschüttet einen mit zusammenhanglosen, viel zu lauten und grammatikalisch fragwürdig formulierten Erzählungen aus seinem ereignislosen Leben. Da heißt es stark bleiben und nicht zermürben lassen. Dann doch lieber wieder Florian Silbereisen.</p>
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		<title>Coffee to wegrenn</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 20:07:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aus den Tagen der unbeschwerten Jugend, das gilt ausnahmslos für alle vor 1980 geborenen Erdenbürger, wissen wir, dass es nur 2 Sorten Kaffee gibt. Eine Tasse und „draußen nur Kännchen.“ Diese einfache wie geniale Separation war sogar für die Menschen verständlich, die dem regelmäßigen Schulbesuch nicht so sehr zusprachen. Eine wunderbare deutsche Nachkriegserfindung, die dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-333" title="1306500848_Coffee_Open" src="http://www.novusvox.de/wp-content/uploads/2011/05/1306500848_Coffee_Open.png" alt="1306500848 Coffee Open Coffee to wegrenn" width="256" height="256" />Aus den Tagen der unbeschwerten Jugend, das gilt ausnahmslos für alle vor 1980 geborenen Erdenbürger, wissen wir, dass es nur 2 Sorten Kaffee gibt. Eine Tasse und „draußen nur Kännchen.“ Diese einfache wie geniale Separation war sogar für die Menschen verständlich, die dem regelmäßigen Schulbesuch nicht so sehr zusprachen. Eine wunderbare deutsche Nachkriegserfindung, die dem Gast exemplifiziert, dass der Umfang seiner Bestellung des koffeinhaltigen Heißgetränks abhängig gemacht wird vom ausgesuchten Aufenthaltsort im Etablissement. <span id="more-245"></span>Man hatte als Kind des Öfteren das zweifelhafte Vergnügen, mit der übergewichtigen Tante Agathe im Schlepptau, einen sonntäglichen Familiennachmittag in einem gutbürgerlichen Stadt Café zu verbringen. Es durfte nicht gesprochen werden, es wurde nicht gelacht und es wurde Kaffee bestellt, draußen nur Kännchen. Die in braunes Kunstleder eingebundenen Speisekarten, optisch einem Parteibuch der NPD anmutend, lagen auf den blütenweißen gestärkten Tischtüchern aus. Immer wieder warf man als neugieriger Zögling der man nun einmal war, einen Blick hinein. Egal wo, im Café, in der Eisdiele oder im Restaurant, außer Kaffee und „draußen nur Kännchen“ gab es überall noch Pharisäer, Irisch Coffee und Russische Schokolade im Angebot – ich kenne keinen der einen kennt der das jemals bestellt hat. Was dann wohl passiert wäre? Wahrscheinlich hätten sich die nationalen Geschicke in der deutschen Wirtschaftswunderzeit fundamental verschoben wenn jemand die Huldigung an die grüne Insel geordert hätte.</p>
<p>Eine schwarz berockte und weiß bebluste Kellnerin mit tadelloser Frisur und weißem Häubchen sowie einer ebensolchen Schürze kam mit Block und Bleistift um das Gewählte zu notieren. Der hausgemachte Kuchen wurde empfohlen und alle Inhaltsstoffe waren namentlich bekannt. Ein kleiner Plausch über das Wetter, über die dahinsiechenden Anverwandten oder ein Klagelied über die eigenen Gebrechen, wurde geduldig bis sehr freundlich geführt. Nicht fehlen durfte freilich der Hinweis auf die Tatsache auch am Sonntag arbeiten zu müssen, dies aber gerne zu tun. Das war die Basis für das angestrebte Trinkgeld welches im Allgemeinen wohlwollend vom Gast auf den Rechnungsbetrag aufgeschlagen wurde. Ja, so war das damals.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-340" title="1306500974_Donut_2" src="http://www.novusvox.de/wp-content/uploads/2011/05/1306500974_Donut_22.png" alt="1306500974 Donut 22 Coffee to wegrenn" width="256" height="256" />Wer nunmehrig den Wunsch hegt, auswertig dem Kaffeegenuss zu frönen, wird sich völlig anderen Voraussetzungen gegenüber sehen. Es empfiehlt sich per se nicht, Tante Agathe mitzunehmen. Ob übergewichtig oder nicht, bei ortsüblicher Beschallung in den Caféhäusern würde ihr der Sonntagshut weg fliegen und der muss ja, so weiß man, wie festgezimmert auf dem Kopf bleiben. Bei 185 db Technobeat ist das aber nicht ganz leicht. Das nächste Problem ist die Getränkeauswahl. Einen einfachen Kaffee wird man mit etwas Glück und  nach langem Erklären, was das überhaupt ist, noch von der tätowierten Bedienung bekommen, ein Kännchen ganz sicher nicht. Wat? Kännchen? Nuschelt es durch das rosafarbene Kaugummi das sich am Zungenpiercing verfängt wat isn det, ham wa nich. Alternativ wird einem ein „Soja Strawberries &amp; Cream Frappuccino® blended beverage“ angeboten. „Meinen sie das?? Oder einen Cosmic Collision of Coffee  Caramel“? Offenbar reicht es bei weiten nicht mehr aus eine Kreation feil zu bieten deren Inhalt sich aus dem Namen nur unzureichend erschließt, es wird auch noch als Alliteration dargeboten um der rudimentär verbliebenen Klarheit den Garaus zu machen. Während Tantchen verzweifelt die Frage nach dem Kännchen wiederholt, hämmert es weiter auf uns ein. Wir ham ooch Lite Mocha Madness oder Sweet White Schoko Chip double cream Macchiato in Tall, Grande oder Venti. Sogleich wird die Liste der  absurden Bezeichnungen für Heißgetränke in monoton gelangweilter Artikulation aufgesagt und damit verwandelt sich der selbstbewusste Gast in einen sabbernden“ äähm ich weiß nicht“ Sager. Ein weiterer 5 minütigen Monolog beantwortet, unter anderem mit: „Caramel Kiss, Choc n Choc Hazelnut Pie und Strawberry cream Cookies“, die riskante Frage: „haben Sie auch Kuchen“.</p>
<p>Ein völliger Overkill an Informationen der in dieser Fülle und Geschwindigkeit des Auftretens nicht verarbeitet werden kann. Bevor meine Systeme auf Notstrom schalten bietet mir der Selbsterhaltungstrieb einen Rettungsanker, ich greife ihn und schleudere ihn der immer noch eifrig leiernden Mitarbeiterin entgegen.</p>
<p>Dann ist Stille. Herrliche verblüffte wenn nicht gar geschockte Stille. Keine Beats, kein Geleier, nur atemloses Getuschel an den anderen Tischen. Nach einer Minute völliger Orientierungslosigkeit sehe ich wie sich ihre Lippen bewegen und unter großer Anstrengung eine Frage formulieren: „Entschuldigen Sie bitte, was ist denn ein Irish Coffee?“</p>
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		<title>Sir Weiwel is back</title>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 21:21:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer nicht arbeitet soll wenigstens gut Essen und seine Freizeit sinnvoll gestalten. Aber auch all die Außenseiter die noch einem geregelten Tagewerk nachgehen optieren zu einer extravaganten Art des Ausgleichs zum Job der einen: „ja immer mehr auffrisst“. Die Lösung heißt Survival. Die Formel dazu lautet: Menschen in völlig überteuerten Trekkingklamotten mit Tatzen Emblem latschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer nicht arbeitet soll wenigstens gut Essen und seine Freizeit sinnvoll gestalten. Aber auch all die Außenseiter die noch einem geregelten Tagewerk nachgehen optieren zu einer extravaganten Art des Ausgleichs zum Job der einen: „ja immer mehr auffrisst“. Die Lösung heißt Survival. Die Formel dazu lautet: Menschen in völlig überteuerten Trekkingklamotten mit Tatzen Emblem latschen weidwund durchs Geäst und vernichten die Natur. Wo einmal Rüdiger Nehberg einen Maßstab gesetzt hat indem er nackt und ohne Waffen sechs Wochen lang die Borke unter seinen Nägeln in ein drei Gänge Menü verwandeln musste, reisen heute die urbanen Wohlstandsfuzzis mit Ihren glattgezogenen Matratzenschonern an. <span style="font-family: Calibri,serif;"><span style="font-size: small;"><span id="more-226"></span></span></span>Während der großspurige Yuppie mit seinen Artgenossen „raus ins Gelände“ geht, lässt sich das blonde Zierwerk noch etwas Botox schießen. Gegen Abend und wenn es regnet schon viel eher, kehrt die Gruppe Metrosexueller Schlipsträger in den Wellnessbereich zurück. Nach Sauna, Whirlpool und Feinkostmenü wird im kuscheligen Bademantel bei einem 20 € Cocktail der Ledersessel angewärmt und über das harte Leben in der freien Wildbahn schwadroniert. So kauft sich der verweichlichte Schnösel seine längst verloren gegangene Männlichkeit zurück. Der wirkliche Kampf ums Überlebenjedoch, findet mitnichten in der lauwarmen Halbwelt der Outdoor Urlauber statt. Wer der Gefahr live und wahrhaftig ins Auge sehen will, dem sei ein Besuch des Supermarktes am Samstag um 11 Uhr empfohlen. Konsum Hasardeure die für die Swinger Party am Wochenende noch zweitklassigen Schampus organisieren, debile Geronten die sich einen Spaß daraus machen den Beitragszahlern beim wöchentlichen Einkauf im Weg zu stehen und einfache Masochisten die sich die Stunde Domina nicht leisten können finden sich hier zusammen. Eingangs des Parkplatzes wird noch dezent auf die gebotene Fahrweise nach StVO. hingewiesen, aber im Kampf um den Parkplatz macht der deutsche Kraftfahrer keine Gefangenen. Einen Stellplatz für das geschundene Vehikel in Eingangsnähe zu erstreiten ist keine Frage der Notwendigkeit, sondern da geht es knallhart ums Prinzip &#8211; um den Symbolgehalt. Es ist völlig irrelevant, wie weit man den cholerischen Hintern zu den Auslagen wuchten muss. Die Mission lautet Territorium zu annektieren bevor es der Feind tut. Da wird manch einer zum Berserker und kompensiert seine alltägliche Unwichtigkeit mit geistlosem Verhalten vor dem Discounter. Wenn es um die Durchsetzung fundamentalen Revierverhaltens geht, werden Kinderwagen schiebende Mütter auf dem Zebrastreifen einfach mal weg gehupt und mit Flüchen belegt, die sogar die Luft rot werden lassen. Dieses Fahrverhalten, gleichsam ineffizient wie mental eingeschränkt hat der energische Germane jedoch nicht exklusiv. Der anatolische Mitbürger, mit der gestählten Erfahrung von 40 Jahren Taxidienst in den Straßen von Istanbul steht dem nichts nach und finden im Carree vor der Konsumruine Szenen statt, die Ben Hur nicht nur zur Ehre gereichen, sondern ihn dazu bringen würden sein Gefährt resignierend und für immer abzustellen. Das ist gelebte Integration und Kommunikation. Da das alles etwas Testosteron lastig ist, werden Fäuste geschwungen, Schlagadern zum Schwellen gebracht und die, um Beschwichtigung bemühte Ehefrau, angebrüllt. Nein, man werde sich nicht beruhigen, schließlich sein man im Recht. Der quengelnde Nachwuchs im Fond des Wagens wird mehrfach mit der Drohung: „wenn ihr nicht sofort still seid…“ in einen Zustand der verstörten Apathie getobt und die fortwährend brennende Kippe wird als Zeichen der Kriegsbereitschaft in Richtung des drängelnden Nebenmanns geschleudert.</p>
<p>Angesichts dieser Szenen ist es nur sinnvoll sein Auto zu Hause zu lassen und über Online Einkäufe nachzudenken. Oh Mann, kurz vor 11 ich muss schnell los, neue Trekking Ausrüstung kaufen…</p>
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		<title>Kettenrauchende Strapsverkäufer</title>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 21:08:01 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[VIP-Lounge]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem Bürger dieses Staates werden, beginnend mit seiner Geburt, eine ganze Menge Rechte verbrieft. So hat er beispielsweise das Recht seinen Arbeitsplatz frei zu wählen, was unglücklicher Weise reziprok zu dem Recht des Arbeitgebers steht, sich seine Untergebenen auswählen zu dürfen. Um dieser Thematik die nötige Ausweglosigkeit zu geben, besiegelte die Bundesregierung, übrigens auch per [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem Bürger dieses Staates werden, beginnend mit seiner Geburt, eine ganze Menge Rechte verbrieft. So hat er beispielsweise das Recht seinen Arbeitsplatz frei zu wählen, was unglücklicher Weise reziprok zu dem Recht des Arbeitgebers steht, sich seine Untergebenen auswählen zu dürfen. Um dieser Thematik die nötige Ausweglosigkeit zu geben, besiegelte die Bundesregierung, übrigens auch per Beschluss von 1949 frei wählbar, das Allgemeine Gleichbehandlungs  Gesetz. In devoter Hörigkeit und in stolzer Tradition für deutsche Gründlichkeit gegenüber der Europäischen Union, in deren finsteren Gewölben der Inspirationspartikel zu diesem Machwerk einschlug, schoss die deutsche Legislative, einmal mehr, weit über das Ziel hinaus. In der Causa Arbeitsplatz entstehen dadurch völlig absurde Situationen, wodurch windige Advokaten auf den Plan gerufen werden und die Volkswirtschaft ein weiteres Mal, bis zur völligen Handlungsunfähigkeit, blockiert wird.<span id="more-220"></span> Gemäß einer korrekten Auslegung des AGG und einer solchen können wir versichert sein, darf, als plakatives Beispiel, für das Dessous Geschäft des Vertrauens folgender Anzeigentext nicht mehr verwendet werden: „Junge Verkäuferin für Damenwäsche  zur Festanstellung gesucht.“ Es entstand auf Grundlage des AGG eine Klageflut von sabbernden Zappelgreisen. In der Hoffnung einen lüsternen Blick auf überteuerte Schlüpfer werfen zu dürfen bewarben sich viele Lustgreise und wurden prompt abgelehnt. Alle Männer, alle Damen ab einem gewissen Alter (welches ist dabei ganz offen) und alle Teilzeitjobber werden hier,so lehrt uns das Gesetz, auf infame Weise diskriminiert. Wer meint, zum Wohle des Unternehmens bedarf es einer repräsentativen Angestellten mit entsprechenden Anlagen, damit nicht nur die Auslagen im Schaufenster stimmen, wähnt sich sehr bald auf dem Holzweg. Auch wenn es die Existenz kostet, muss der schmerbäuchige Langzeitarbeitslose als Alternative für diesen Job ernsthaft in Betracht gezogen werden. Sollte sich dann herausstellen, dass er aufgrund seiner Optik, seines Geschlechts oder seines Alters die Anstellung nicht erhalten hat, steht eine alles vernichtende Prozesswelle ins Haus, die die manifestierte Philosophie des Strapsendealers, nämlich ein exquisites Damenbekleidungsfachgeschäft zu sein, mit Stumpf und Stiel herausreißt. Den Luxus der Formulierung in einer Stellenanzeige: „wenn sie deutscher Staatsbürgern sind…“ ist alleine dem Staat vorbehalten der diese Gleichbehandlungskiste gezimmert hat. Wo hingegen die Verklausulierung: „von den Bewerbern erwarten wir eine unbedingte Identifikation mit den Werten des katholischen Glaubens“ ausschließlich dem Klerus zusteht. Wie war das noch bei Animal Farm? Alle Tiere sind gleich…<br />
Um die Entmündigung seiner Bürger den entscheidenden Schritt voran zu bringen, treiben die Volksvertreter aber immer weitere Blüten in den Gesetzesdschungel. So wird dem Gastwirt, seines Zeichens selbständiger Unternehmer vorgeschrieben, dass der Konsum von Zigaretten in, wohlgemerkt, seinen Räumen seines Unternehmens nicht mehr gestattet ist. Das auserkorene Ziel heißt rauchfreie Kneipen zum Schutze der Nichtraucher, die offenbar alleine zu doof sind sich ein Etablissement zu suchen in dem vom Konsum rauchhaltiger Waren Abstand genommen wird. Zur allgemeinen Belustigung  gelten für 16 Bundesländer natürlich 16 verschiedene Regelungen. Alles andere ergäbe ja auch keinen Sinn. Es bestünde dann nämlich die Gefahr, dass sich irgendjemand zurechtfindet und das würde ein Chaos hervorrufen, wogegen der Gaza Streifen wie ein Naherholungsgebiet anmutet. Das wohlmeinende Ziel, die Nichtraucher zu schützen wird hier unter die Federführung des Rechtstaates gestellt. Der tiefe Eingriff in die unternehmerische Souveränität der Gastwirte ist dabei allenfalls ein Kollateralschaden.  Um sich der Konsequenz des Nichtrauchergesetzes zu bemächtigen, sei jedem notorischen Nichtraucher, zu denen auch der Autor zu zählen ist, ein Besuch im Büro einer städtischen Müllkippe, irgendwo in diesem Land, empfohlen. Hier, im Herzen einer kommunalen Einrichtung, lässt sich der Nikotinfilm mit dem Fingernagel von der Scheibe kratzen. Die Husten dem Staat einfach was wenn es heißt Kippe aus. Ob sich der brave Bürger in eine verrauchte Pinte setzt und sich den Frust von der Seele säuft, ist allein seine Sache. Der Weg ins Büro der Mülldeponie entbehrt jedoch oftmals  eine weitere Option.<br />
In der nächsten Bewerbung muss es also heißen: „Kettenrauchender Antichrist im gesetzten Alter mit Übergewicht und undemokratischen Motiven sucht Festanstellung als Bikinimodell, deutsche Staatsbürgerschaft vorhanden.“  Da geht doch was.</p>
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		<title>Die Schattenseite der Sonne</title>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 19:53:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Schattenseite der Sonne Wenn sich des Winters fester Griff um die Natur langsam zu lösen beginnt und die Temperaturen im Begriff sind zu steigen, setzt die Schneeschmelze ein. Man kann das Recken der Glieder der guten Mutter Erde fast spüren und man kann Ihre, vom Winterschlaf noch eingerosteten Knochen fast knacken hören. Die ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schattenseite der Sonne<br />
Wenn sich des Winters fester Griff um die Natur langsam zu lösen beginnt und die Temperaturen im Begriff sind zu steigen, setzt die Schneeschmelze ein. Man kann das Recken der Glieder der guten Mutter Erde fast spüren und man kann Ihre, vom Winterschlaf noch eingerosteten Knochen fast knacken hören. Die ersten zarten Triebe bahnen sich Ihren Weg durch den Boden und erblühen in Form von Schneeglöckchen, Osterglocken, Krokusse und Tulpen. Kleine Knospen bilden sich an den Ästen und schicken die ersten zaghaften Grüße an die Pollenallergiker los und, zumindest in Deutschland, sind die vermehrt  Heckenscheren, Rasenmäher, Hochdruckreiniger und Rasensprenger zu hören. Schneeketten, Streusalz, Schneeschieber und Handschuhe werden aus den Regalen geräumt, an ihrer statt zieren nun Osterschmuck, Blumenzwiebeln und Grillzubehör wie zum Beispiel Gasflaschen, die Auslagen der Geschäfte.<span id="more-215"></span><br />
Der Mensch, der emsige, trimmt sein gesamtes Umfeld auf Sommer. Da wird der Wagen gründlich vom Dreck des Winters gesäubert und die Führsorge die dem Gefährt zuteilwird kommt vielerorts einem Akt der Liebe gleich, nur mit mehr Hingabe. Der „Frühjahrsputz“ steht ins Haus und der Ehegatte dabei im Weg. Wenn er hilfreich Hand anlegen will, so wird ihm suggeriert möge er die Klinge der Haustür drücken und verschwinden, es ist ohne ihn schon genug Arbeit. Es wird gestrichen, gewerkelt und erneuert was das Zeug hält. Neue Beete angelegt und mit viel Liebe der Balkonkasten umgegraben, gejätet und ganz klassisch mit den Hängegeranien in Rot neu bestückt. Die Gartenmöbel und das Balkontischchen erleben durch die Platzierung neuer Auflagen respektive einer neuen Decke eine Renaissance und im schwedischen Möbelhaus des Vertrauens wird man schnell fündig wenn es einer komplett neunen Bestuhlung des Außenbereichs bedarf.<br />
Die lauschige Jahreszeit hat aber auch noch ein Ass im Ärmel, mit dem sie jeden aus der Frühlingseuphorie reißen kann. Frühjahrsmode. Der Begriff der Frühjahrsmode ist weit mehr als die neue Kollektion der Versandhäuser oder der zweibuchstabigen Modelabel mit &amp; in der Mitte. Es ist vielmehr ein Hyperonym für die Gewandung die der germanische Erdenbürger zu tragen pflegt.<br />
Klassiker der Frühjahrsmode ist und bleibt die Herrensandale. Jahr um Jahr erfindet sie sich neu. Aus Leder, Kunstleder, Sympatex oder  Goretex schafft sie immer wieder den Durchbruch, den Magendurchbruch. Wird sie mit Socken getragen schaut man fast ungläubig hin, weil man jedes Mal aufs Neue fasziniert ist dass sich das jemand traut. Wird die Sandale ohne Socken getragen schaut man besser gar nicht hin, denn der männliche Fuß verliert ab Schuhgröße 30 nach und nach an Ästhetik. Das Pendant für die Frau ist die Riemchensandale. Eigenartigerweise am liebsten getragen von Damen die im oberen Gewichtssegment angesiedelt sind. Beim Anblick dieser Füße stellt sich unweigerlich eine Assoziation mit Rollbraten ein.<br />
Das Beinkleid oder eben nicht Beinkleid ist ein weiteres Phänomen im Hinblick auf das Stilempfinden des Sommerteilnehmers. So präferiert der teutonische Wampenträger eine Hose mit tiefem  Bund damit das „Sixpack im Speckmantel“ lässig darüber getragen werden kann. Die Gefahr besteht hierbei, dass der haarige Bauchansatz vom, gern zu kurz getragenen, T-Shirt entblößt wird, was den Betrachter verstört, nicht jedoch den Verursacher. Variante zwei umschließt den Schnitzelfriedhof komplett und wird mit Hosenträgern gehalten. Das Hemd natürlich in die Hose und aufgrund der Passform sieht man schon aus 50m Entfernung dass es im Schritt kneift. Diese Kombination wird bevorzugt mit den bestrumpften Füßen in Kunstledersandalen getragen, was dem Ganzen einen beinahe surrealen Anblick verleiht, bei dem noch nicht abschließend festgestellt werden konnte, ob er Langzeitschäden verursacht.<br />
Wenn zu dieser bisherigen Auswahl an „Bekleidung“ ein Oberteil getragen wird, kommt das beinahe einem Akt der Barmherzigkeit gleich. Die Gnade die einem gewährt wird relativiert sich jedoch schnell,  wenn man die Optionen kennt aus denen der Flitter besteht. Jenseits der 50 kommen Sprücheshirts wieder groß in Mode: „Bier formte diesen wunderschönen Körper“, „leg dich hin ich will mit dir reden“ oder „ich war schon als Kind scheiße“ heißt es da in großer Neonschrift, wobei man zumindest beim dritten Spruch bereit ist reflektionsfrei zuzustimmen. Muscle-Shirts um die bepelzten Arme und Achseln mal an die frische Luft zu lassen, Oberhemden in Farben für die man sogar 1969 in Woodstock verstoßen worden wäre, jedes Mal wenn man sich sicher ist der Grad der Geschmacksverirrung sei nichtmehr zu überbieten, wird man kurzer Hand und auf schmerzvolle Weise eines Besseren belehrt.<br />
Wer nun jedoch denkt, diese visuellen Verfehlungen seien exklusiv dem beleibten Bevölkerungsteil vorenthalten sieht sich getäuscht. Schlechter Geschmack verliert sich nicht proportional zum BMI. Ein schrilles Potpourri an grausigen Farben und schlackernde Wäsche geben auch die Kranich-bebeinten Mitbürger der Lächerlichkeit preis.<br />
So flaniert er denn gerne durch die wärmeren Zeiten des Jahres. Es ist Sommer befohlen also muss dem auch genüge getan werden. Zum Glück gibt es genug andere Hingucker am Strand, in der Eisdiele und im Park und ganz tief im Inneren hofft man, einer von Ihnen zu sein aber ganz sicher ist man sich auch nicht.</p>
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		<title>Kleine Geschenke erhalten die Wählerschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 21:03:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vater Staat, besonders unser, hat für die Menschen die ihm wohnen im Laufe der Jahre viele Institutionen geschaffen die uns im Leben begleiten. Die Meinungsfreiheit, das Bildungssystem, die staatliche Rentenversicherung und das Betäubungsmittelgesetz. Trotz Allem ist aber auch nicht alles schlecht was die Fuchtel uns diktiert. Die wahrscheinlich brillanteste Lösung die wir im Herzen unserer  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vater Staat, besonders unser, hat für die Menschen die ihm wohnen im Laufe der Jahre viele Institutionen geschaffen die uns im Leben begleiten. Die Meinungsfreiheit, das Bildungssystem, die staatliche Rentenversicherung und das Betäubungsmittelgesetz. Trotz Allem ist aber auch nicht alles schlecht was die Fuchtel uns diktiert. Die wahrscheinlich brillanteste Lösung die wir im Herzen unserer  Demokratie verankert haben und um die uns jeder beneidet sofern er uns überhaupt glaubt, ist die Möglichkeit sich gegen Geld den Allerwertesten breit sitzen zu können. Der Rebus setzt sich zusammen aus einem deutschen Mittelgebirge(in abgewandelter Schreibform) und der Hälfte von 8. <span id="more-210"></span><br />
Leider wird das staatlich subventionierte Dasein zu oft aufgrund parasitären Rumjammerns und zu selten wegen einer unverschuldeten Notsituation gewährt. Was früher als allerletzter Ausweg zur Vermeidung der totalen Verarmung genutzt wurde und definitiv erst in Betracht gezogen wurde nachdem jedwede Alternative auf ihre Umsetzbarkeit geprüft wurde, erscheint heute im Lichte der Banalitäten als hehres Karriereziel. Der Grund dafür ist einfach, wo früher einmal das Wort „Sozialhilfe“ schamvoll hinter vorgehaltener Hand, leise und mit errötendem Gesicht, ausgeflüstert wurde, erklingt heute unter den stolzen und vor allem neutralen Namen eines ehemaligen VW Personalvorstandes in der IV Entwicklungsstufe. Den Umstand, dass Peter Hartz 2007 ausgerechnet wegen Veruntreuung verurteilt wurde, lässt der Autor in Gänze unkommentiert.<br />
Die ursprüngliche Idee, Menschen in Zeiten der Rezession vorübergehend ein Sprungtuch zu schaffen, um damit der Aufprall der Erwerbslosigkeit abzufedern, wurde im Laufe der Zeit ad absurdum geführt. Es gibt bereits Unternehmen, Kanzleien und Berater die sich auf die perfekte Beantragung von Sozialleistungen spezialisiert haben. „Zu wenig Geld vom Amt? Wir verhelfen Ihnen zu Ihrem Recht &#8211; gebührenpflichtig unter…..“.</p>
<p>Diese Einrichtungen werden frequentiert wie das Pascha am Samstagabend. Wo hingegen der Slogan „Keine gute Bewerbung, wir verhelfen Ihnen zu einem Job – kostenlos“, den Unternehmer höchstwahrscheinlich selbst in den Kreis der Bezugsberechtigten katapultieren würde.<br />
In jeder Gesellschaft, besonders in starken und produktiven, und in einer solchen befinden wir uns, allen pessimistischen Unkenrufen zum Trotz, leben Menschen die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht oder nicht mehr aktiv am wirtschaftlichen Gebaren teilnehmen können. Allen ethischen Grundsätzen zur Folge und der christlichen Nächstenliebe geschuldet helfen die Starken diesen Schwächeren, denen das oft noch unangenehm ist. Einer Wohlstandsgesellschaft, auch in einer solchen finden wir uns zweifelsfrei wieder wenn wir den Schleier der persönlichen Unzufriedenheit einmal  lichten, entspringen eben auch notorische Schmarotzer, faule Säcke und Drückeberger. Die Leistungsverweigerer lassen sich ungeniert von der arbeitenden Bevölkerung ihr Leben vergolden und die hat nicht mal die Zeit sich darüber aufzuregen, denn irgendjemand muss den ganzen Spaß ja bezahlen.<br />
Wer arbeiten geht ist selber schuld und wer ein Buch über Missstände schreibt dem droht ein Parteiausschlussverfahren und wird zur Persona non grata. Nur wer die Couch platt sitzt und über soziale Kälte winselt verschafft sich eine Lobby und das nötige Gehör bei den Politikern. Auch wenn es Parasiten sind, die die Borke des sozialen Systems aushöhlen und damit das ökologische Gleichgewicht der Gesellschaft gefährden, sie sind vor allem eins: Wähler und die gilt es bei Laune zu halten.</p>
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		<title>Alter, na ? tiv? oder was ?</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 21:32:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man dieser Tage nicht zufällig in der Politik herumschleicht, in der nach aktuellem Sprachgebrauch alles “alternativlos” ist, wird man feststellen dass es zu allem was das Herz begehrt eine Alternative gibt. Zumindest wird es einem glaubhaft versichert und man bekommt etwas angeboten, was auf den ersten Blick wie eine Alternative aussieht. Ob es sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man dieser Tage nicht zufällig in der Politik herumschleicht, in der nach aktuellem Sprachgebrauch alles “alternativlos” ist, wird man feststellen dass es zu allem was das Herz begehrt eine Alternative gibt. Zumindest wird es einem glaubhaft versichert und man bekommt etwas angeboten, was auf den ersten Blick wie eine Alternative aussieht. Ob es sich dann, nach eingehender Untersuchung de facto um eine solche handelt oder um eine verkleidete Luftnummer liegt ausschließlich im Auge des Betrachters.</p>
<p>Per Definition ist eine Alternative eine zweite Möglichkeit, eine Wahlmöglichkeit zu einer ersten wie uns, das sei den nicht Lateinern kurz erläutert, die Silbe „alter“ (die zweite von zweien) wissen macht. Jetzt hat der Sprachschatz der Gesellschaft lustige Beispiele für Alternativen zu Tage gefördert wie: „die Wahl zwischen Pest und Cholera oder Not gegen Elend“.</p>
<p>Da gibt es zum Beispiel die Alternative Liste, in der sich die Pflanzenversteher demokratisch ausleben können. Alternativ zum wirtschaftlichen Aufschwung einer maroden Gegend der den Ausbau des Flughafens vorsieht, werden Sitzblockaden zum Schutz der ungeborenen Kaulquappen inszeniert. Der Bau einer Simplen Autobahnbrücke zieht sich 25 Jahre in die Länge um eine Käfer Art zu schützen. Der Autoverkehr der um dieses Gebiet herumgeführt werden muss, weil die Brücke nicht gebaut wird hat mehrere Millionen Tonnen CO2 zusätzlich verursacht, wodurch die empfindliche Käfer Art letztlich ausstarb.  In den späten 60ern entwickelten angehende Berufsschullehrer diese alternative Lebensform die, nicht zu Unrecht, oft mit außerirdischer Lebensform verwechselt wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-209"></span></p>
<p>Bislang nur in Kennerkreisen bekannt ist, dass es eine alternative asiatische Küche gibt. Eigentlich war die konventionelle asiatische Küche bereits eine Alternative, gesund, leicht, eben anders als das was sonst so vertilgt wird. Nach allen Gesetzen der Logik muss also die alternative asiatische Küche so etwas sein wie Yak am Spieß und das Gemüse wird allenfalls zum Anlocken weiterer essbarer Tiere genutzt. Unter diesen Aspekten entbehrt auch der Slogan, mit allen Sinnen genießen nicht einer gewissen Berechtigung. Die Wahrheit ist dann allerdings viel prosaischer. Duft Öle, Klangschalen, weiche Musik und ein 4 Gänge Menü von der Größe eines Fliegenpups. Nur gut dass die Preise einem dann so auf den Magen schlagen dass man keinen Hunger mehr hat.</p>
<p>Verstärkt im Kommen ist auch die alternative Energiegewinnung. Aus Angst davor dass die deutschen Brüter ähnliche Schicksale ereilen wie weiland die Stromspender im Land der aufgehenden Sonne richtet sich das deutsche Augenmerk(el)auf die Marktführerschaft bei der Erzeugung von grünem Strom (gelb ist aufgrund des direkten Zusammenhangs mit Nippon out) oder auf die Gewinnung von Biokraftstoffen. Das Prinzip ist denkbar einfach, statt Getreide und anderer nahrhafter Pflanzen werden Blümchen zur Ethanol Gewinnung angebaut. Den Hinweis, dass es dadurch zu Getreideengpässen auf der Erde und in weiterer Folge zu Hungersnöten kommen kann entgegnet der Philanthrop, vorzugsweise beim berüsseln seiner Limousine, mit den Worten: „ja dann sollen sie doch Fleisch essen“.</p>
<p>Ebenfalls ein interessantes Substitut ist das Windrad zum baufälligen Reaktor. Von klugen Köpfen ersonnen, nach dem Dynamoprinzip funktionierend, baut seit mehr als zwei Dekaden, vom kühnen Investor der ne schnelle Mark machen will bis hin zum Ökolandwirt, jedermann die Luftquirl in die Schöpfung und alle sind sich einer epochalen Errungenschaft sicher. Jedoch wird seit mindestens der gleichen Zeitdauer darüber sinniert, dass die Windparks die schöne Landschaft verschandeln. Diese Einwände kommen verblüffender Weise nur von Menschen die erstens: nicht in Sichtweite eines Windparks leben, sich zweitens: normalerweise einen Dreck um die Natur scheren und denen man drittens: den Sinn für Ästhetik schon beim ersten Anblick ihres Pullovers absprechen kann. Begründet werden diese Missbilligungen gerne mit Sätzen wie: „ich will keine AKW ich will kein Windrad ich will einfach nur billigen Strom das kann ja so schwer nicht sein.</p>
<p>Wenn man so etwas hört, kann man nur die Hände über den Kopf zusammen schlagen, oder alternativ, einen Blog schreiben.</p>
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		<title>Die letzte Bastion ist gefallen</title>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2011 04:51:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cluever</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der Mensch, der urzeitliche, vor vielen Jahren mit seinen schmutzigen Füßen durch die Steppe schlurfte, diktierten ihm Mutter Natur und die Jahreszeiten, sofern der Hominide sich nicht gerade in einer Eiszeit befand, den Speiseplan. Die Alternativen waren dabei eher überschaubar. Wie der jeweilige Imbiss beschaffen war hing von unterschiedlichen Faktoren ab. Ob Beeren oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als der Mensch, der urzeitliche, vor vielen Jahren mit seinen schmutzigen Füßen durch die Steppe schlurfte, diktierten ihm Mutter Natur und die Jahreszeiten, sofern der Hominide sich nicht gerade in einer Eiszeit befand, den Speiseplan. Die Alternativen waren dabei eher überschaubar. Wie der jeweilige Imbiss beschaffen war hing von unterschiedlichen Faktoren ab. Ob Beeren oder Bären war abhängig von der Risikobereitschaft. Die Wahl zwischen Steinpilz oder Steinbutt entschied die Geschicklichkeit und ob Feldsalat oder Feldhase war der grundsätzlichen Ideologie zum Fleischverzehr geschuldet. Was auch immer der pelzige Kamerad sich einzuverleiben gedachte, es war, sofern es aus Fleisch bestand, auf eine sehr ursprüngliche Weise zubereitet-es wurde gegart über dem offenen Feuer. Diese archaische Form der Haute Cousine hat sich bis weit in die moderne gehalten und war bis vor kurzem unter der hinlängliche bekannten Nomenklatur „Grillen muahaha“ bekannt. Der etwas primitiv, weil von zu viel Testosteron verursachte Suffix muahaha findet im hiesigen Duden zwar keine Erwähnung, ist im Sprachgebrauch jedoch untrennbar mit dem Substantiv oder Verb verbunden. Überwiegend vom Mann ausgesprochen heißt es in etwa: „komm Alter lass grillen muahaha“. <span id="more-202"></span>Über viele Generationen hinweg, haben Sätze wie dieser, ob des zu erwartenden Fleischgenusses mit einhergehender Verköstigung gerstenhaltigen Trunkes, Männerherzen höher schlagen lassen. Das Ritual war dabei so einfach wie genial. Eine große Tüte mit schwarzen staubigen Briketts oder mit Holzkohle wurde großzügig in einen dafür aufgestellten Holzkohlegrill gekippt und eine graue Patina legte sich sanft auf das bereitstehende Grillgut. Der Terminus „Holzkohlegrill“ stand dabei über Jahrzehnte hinweg für rustikale und geschmacklich unverkennbare Kochkunst. Die Gestaltungswut beim Design der Feuerstätte ist ohne Übertreibung mit dem Wort kreativ zu bezeichnen und brachte im Laufe der guten alten Zeit wahre Kunstwerke hervor. Schwenkgrill, Säulengrill, Steingrill unendlich viele Präfixe die dem Ideenreichtum in Bezug auf den Grill huldigen. Unter Zuhilfenahme der Psychoanalyse lassen sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch Rückschlüsse auf die mentale Verfassung des Besitzers ziehen. So kompensieren Betreiber eines Säulengrills vielleicht ein körperliches Defizit und der Regent über einen Schwenkgrill, so mag die Deduktion lauten, ist wankelmütig. Grillen, das war schmutzige Hände, und sorgsam arrangierte Kohlehäufchen in denen Anzünder steckten. Es wurde ein Fön angeschlossen und die Kohle angeheizt und wenn mal wieder das verdammte Verlängerungskabel nicht zu finden war, wurde in die Glut gepustet bis es knisterte und die Farbe im Gesicht vom üblichen blassrosa hin zu kräftigem violett wechselte. Der Verlust einer halben Augenbraue durch die Hitze wurde lächelnd und von den Gästen mit respektvollem Nicken hingenommen. Bedingt dadurch, dass große Hitze nur temporär zur Verfügung stand wurde das FLAIISCH schnell und zielgerichtet auf den Rost gelegt. Es zischte und qualmte wie am Pinatubo und zwar gleichzeitig aus tausenden von Gärten quer durch die Republik. Ein tropfen Fett, der Feuer fing wurde mit einem allgemeinen Höööööhhhoooooo uuuuuuh kommentiert und das Ablöschen der Flamme mit Bier, ohne dabei die Glut zu gefährden war höchste Grillkunst die es galt in die folgende Generation zu vermitteln.</p>
<p>Die Moderne hat natürlich nicht vor dem Grillen als Event Halt gemacht. Es wird immer noch gegrillt nur anders. Da wo einst der stolze Holzkohleträger aus Stahl geschmiedet oder aus Stein gemauert seinen Dienst verrichtete, kommt des heutigen Tages ein blankpolierter Edelstahlwagen zu Vorschein der aussieht als hätte man soeben die Küche von Johann Lafer ausgeräumt. Drehspießfunktion, elektronisch geregelte 6 fach Jet-Snap Zündung, Soft Touch Regler mit beleuchteter Fassung und Grifflichter die sich automatisch an- und ausschalten. Kein Kohlestaub keine Brandbläschen an den Fingerspitzen. Die Briketts weichen der wieder befüllbaren Gasflasche. Nie wieder verbranntes Grillgut, das Flesch wir auf den Rost gelegt, die Uhr nach Rezeptanleitung eingestellt und beim liebevoll melodisch erklingenden „Ping“ sind die Steaks derartig auf den Punkt genau fertig das man das Gefühl hat, im besten Steakhaus der Stadt zu sitzen. Das Fleisch wird fast einzeln zubereitet und somit ist auch das vierte Nackensteak an diesem Abend immer noch perfekt, saftig und heiß. Niemand muss mehr in der Gegend herumstehen, alle können sich sofort und zusammen an den Tisch setzen und der Hausherr hat sogar Zeit den Gästen das Bier zu holen wo, denn der Grill erledigt die Arbeit perfekt von alleine. Da auch nichts mehr qualmt und zischt oder brennt läuft man nicht mal Gefahr, den Nachbarn beim Grillen zu stören und das Reinigen der gesamten Anlage ist „kein Ding“ mehr. Sogar für den allgemeinen Sprachgebrauch haben diese Wunderwerke etwas getan. Denn es heißt jetzt: „ komm, lass uns grillen“ ganz ohne muahaha.</p>
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